Science Slam Wien: Mit Thors Hammer zum Erfolg!

Physiker Jakob Fellinger (TU Wien) eröffnete den Science Slam im Wiener Metropol mit einer ausgesprochen anschaulichen Einführung in die Quantenphysik. Die Energieniveaus eines Atoms baute er mit verschiedenfarbigen Bierkisten auf der Bühne auf. Ein sportlicher Fachkollege führte dann in der Rolle des Elektrons die Quantensprünge live vor und demonstrierte damit die prinzipielle Funktionsweise herkömmlicher Atomuhren. Jetzt wird an der Entwicklung einer völlig neuen Technologie geforscht: Statt der Übergänge in der Elektronenhülle sollen dabei die Energieniveaus im Kern eines Thorium-Atoms genutzt werden. Als Metapher für dieses nach dem Donnergott Thor benannte Element schwang Jakob Fellinger dessen riesigen Hammer und zeigte, dass mit dieser deutlich präziseren Atomkern-Uhr in Zukunft noch viel „härtere physikalische Nüsse“ geknackt werden können als bisher. Durch das exakte Vermessen der grundlegenden Naturkonstanten könnte man etwa die Geheimnisse des (frühen) Universums lüften.

© Roland Rudolph

Niklas Luhmann versetzte gleich das gesamte Publikum in die Rolle von Elektronen und erläuterte seine Arbeit im Bereich der Bio-Sensorik durch raffinierte Anregung einzelner „Publikumselektronen“ mit Hilfe von Schokobonbons und einer überdimensionalen Wasserpistole. Benjamin Mörzinger führte den Paradigmenwechsel vom klassischen Maschinenbau-Werkzeug (funkensprühender Winkelschleifer) zum maschinellen Lernen (Laptop) eindrucksvoll vor Augen. Der forensische Anthropologe Lukas Waltenberger demonstrierte, wie man bei halbverbrannten Knochen eines Mordopfers noch Rückschlüsse auf die Tatwaffe ziehen kann und der Völkerrechtler Ralph Janik von der Universität Wien diskutierte ausgesprochen humorvoll die Frage: Kann ich meinen eigenen Statt gründen?

Das begeistere Publikum kürte am Ende des Abends in einem Diskussionsvoting Jakob Fellinger zum Slam Champion des Abends. Er qualifiziert sich damit für die Science Slam Staatsmeisterschaft im Mai und hat die Chance, Österreich beim Europafinale zu vertreten.

Vorschau 2017:
Di 24.1.17, 20h, Science Slam im Dunkeln, Wien, Infos+Tickets: hier
Di 14.3.17, 20h, Science Slam Salzburg, ARGEkultur
Di 21.3.17, 20h, Science Slam Linz, Posthof, Info+Tickets: hier

Kreative Ideen sind gefragt!
Wer sich vorstellen kann, die eigene Forschung auf die Bühne zu bringen, meldet sich unverbindlich unter info@scienceslam.at und bekommt Infos, Tipps & Tricks.

 

6. Science Slam Innsbruck

Geballte Ladung Wissenschaft im Treibhaus vor einer geballten Ladung Publikum: Von Quantenoptik über Medizinphysik bis zur geographischen Konfliktforschung. Von der Suche nach dem Jungbrunnen über Promiskuöse Proteasen, die Wirkung von Magengasen beim Blasmusikspiel bis zur Frage, ob wir Risiko im Aktivitäts- und Erregungszustand anders einschätzen als in Ruhe. Die Stimmung war wieder genial. Am Ende wurde das Team des Psychologen Bernhard Streicher zum Slam Champion gekürt. Hier sind die VIDEOS

© Eva Fessler

 

Open Air Slam Graz

Ende Juni wurde die EM-Public Viewing Arena am Grazer Mariahilferplatz an einem fußballfreien Tag vom Science Slam erobert: Über 850 Menschen erlebten bei bestem Frühsommerwetter Wissenschaftskommunikation auf höchstem NIveau. Das Themenspektrum reicht von geheimnisvollen Hundeaugen bis zum kollektiven Diffusions-Verhalten von Biertrinkern, vom Blind Date mit Smartphone über Arsen in unserer Nahrung bis zur abenteuerlichen Reise einer Schmerztablette durch den Körper. Am Ende des Abends wurde das Team „Melanoscience“ der Med Uni Graz zum Slam Champion gekürt. Hier geht’S zu den VIDEOS

© Science Slam

 

Science Slam Staatsmeisterschaft 2016

Im Rahmen der „Langen Nacht der Forschung“ fand am 22.4.16 das Science Slams Österreichfinale statt. Hunderte Wissenschaftsinteressierte drängten sich ins Bühnenzelt am Wiener Heldenplatz, wo die Slam Champions aus fünf Städten ihre aktuelle Forschung in je 6 Minuten pointiert und allgemeinverständlich präsentierten und für kurzweilige Unterhaltung auf hohem wissenschaftlichem Niveau sorgten.

© BMWFW/Martin Lusser

Das Themenspektrum reichte von revolutionärer Akku-Technologie über Trockenstress bei Bäumen bis zu romantischen mathematischen Formeln. Zur Veranschaulichung der Forschungsprojekte kamen auf der Bühne unter anderem ein quietschendes „Quantenhuhn“, Tischtennisbälle im Ionenmodell aus Eierkartons und sogar ein sprechender Bergahorn mit deftigem Tiroler Dialekt zum Einsatz.

Chemiker Florian Preishuber-Pflügl (TU Graz) demonstrierte seine Dissertation mit anschaulichen Ionenmodellen und Piktogrammen. Peter Ranacher (Geoinformatik, Uni Salzburg) kam mit einem ganzen Team auf die Bühne und stellte seine Forschung zur Analyse von Fahrverhalten und Treibstoffverbrauch mittels GPS-Daten in einer rasanten szenischen Inszenierung dar. Stefan Mayr (Botanik, Uni Innsbruck) erläuterte die Emboliegefahr bei Bäumen in einer humorvollen Bauchredner-Präsentation und der Mathematiker Felix Günther (Uni Wien) erklärte diskrete Krümmung mittels Fußball, krummer Gurke und Milchpackerl.

© BMWFW/Martin Lusser

Martyna Grydlik vom Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik der Uni Linz beeindruckte sowohl mit enormer Bühnenpräsenz als auch mit einem echten Durchbruch in der Halbleiterphysik, der ihr kürzlich gemeinsam mit Forschungs- und Lebenspartner Moritz Brehm (im Kurzauftritt als „Prof. Heisenberg“ ebenfalls auf der Bühne zu sehen) gelungen ist: Wenn man ein Elektron (symbolisiert durch ein quietschendes Gummi-Huhn) in einen winzigen Quantenpunkt (Vogelkäfig) sperrt, dann können Silizium-Kristalle mit einer raffinierten Technik als Laser eingesetzt werden – dank Heisenbergs Unschärfeprinzip. Unterstützt durch Klänge aus „Star Wars“ demonstrierte Martyna Grydlik diesen Effekt mit gezielten Hühnerwürfen samt Laserschwert und wurde im anschließenden Publikumsvoting zum nationalen Slam Champion 2016 gekürt. SC Barbara Weitgruber (BMWFW) gratulierte der strahlenden Gewinnerin. Hier sind die VIDEOS

 

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